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Rolex Referenznummer und Seriennummer: finden, lesen, prüfen

Zwei Nummern beschreiben jede Rolex: Die Referenz sagt, welches Modell es ist, die Seriennummer, welches Exemplar. Wer beide lesen kann, erkennt Generation, Material und ungefähres Alter, und weiß, ob Karte und Uhr zusammengehören.

Hahn & Vo4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
  • Die Referenznummer nennt das Modell. Sie steht zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr und auf der Garantiekarte.
  • Die Seriennummer identifiziert das einzelne Exemplar. Sie steht bei 6 Uhr zwischen den Anstößen und seit etwa 2008 zusätzlich auf dem Rehaut, dem Innenring unter dem Glas.
  • Bis 2010 verrät der Buchstabe am Anfang der Seriennummer ungefähr das Produktionsjahr. Seither vergibt Rolex zufällige Nummern.
  • Beide Nummern belegen nicht die Echtheit. Das tut nur die Prüfung des Werks.

Wo die Nummern stehen

Rolex graviert beide Nummern in das Gehäuse, und zwar dort, wo das Armband sie verdeckt. Die Referenznummer sitzt zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr, die Seriennummer gegenüber bei 6 Uhr. Um sie zu lesen, muss das Band am Federsteg gelöst werden. Das gehört in geübte Hände: Ein abgerutschtes Werkzeug hinterlässt Kratzer auf dem Anstoß, die den Wert mindern.

Seit etwa 2008 graviert Rolex die Seriennummer zusätzlich auf den Rehaut, den schmalen Ring zwischen Zifferblatt und Glas. Bei 6 Uhr steht dort die Nummer, bei 12 Uhr die Krone, dazwischen läuft der Schriftzug ROLEXROLEXROLEX um das Blatt. So lässt sich die Seriennummer ohne Werkzeug mit den Papieren abgleichen.

Außerdem finden Sie die Referenz auf der Garantiekarte, bei älteren Uhren auf dem Chronometer-Zertifikat oder im Garantieheft.

Die Referenznummer lesen

Rolex-Referenzen haben vier, fünf oder sechs Ziffern, oft gefolgt von Buchstaben. Die Ziffernzahl verrät die Generation:

  • Vierstellig (5513, 1675, 1016): Modelle bis in die 1980er-Jahre.
  • Fünfstellig (16610, 16710, 16233): etwa 1980er bis Mitte der 2000er.
  • Sechsstellig (116610, 116234, 116500): ab Mitte der 2000er. Die aktuelle Generation beginnt meist mit 12 oder 22 (126610, 126334, 226570) und trägt die Kaliber der Serie 32xx.

Innerhalb einer sechsstelligen Referenz haben die letzten beiden Ziffern feste Bedeutung. Die vorletzte Ziffer beschreibt die Lünette: 0 glatt, 3 geriffelt, 1 drehbare Lünette bei Submariner und GMT-Master II. Die letzte Ziffer nennt das Material:

Letzte ZifferMaterialBeispiel
0Edelstahl (Oystersteel)126610LN Submariner Date
1Edelstahl und Everose-Gold (Everose-Rolesor)126711CHNR GMT-Master II
2Edelstahl und Platin (Rolesium)126622 Yacht-Master 40
3Edelstahl und Gelbgold (Rolesor gelb)126333 Datejust 41
4Edelstahl und Weißgold, meist die geriffelte Lünette (Rolesor weiß)126334 Datejust 41
5Everose-Gold126505 Cosmograph Daytona
6Platin228206 Day-Date 40
8Gelbgold126508 Cosmograph Daytona
9Weißgold126509 Cosmograph Daytona

Die Buchstaben am Ende beschreiben Lünette oder Zifferblatt, meist aus dem Französischen: LN lunette noire (schwarz), LB lunette bleue (blau), LV lunette verte (grün), BLRO bleu/rouge („Pepsi“), BLNR bleu/noir („Batman“), CHNR chocolat/noir, VTNR vert/noir („Sprite“), GRNR gris/noir.

Die Seriennummer lesen

Die Seriennummer ist für jede Uhr einmalig. Bis etwa 2010 begann sie mit einem Buchstaben, der grob das Produktionsjahr des Gehäuses angibt. Grob deshalb, weil Rolex Gehäuse auf Vorrat fertigte: Eine Uhr mit einem Buchstaben aus 2007 kann durchaus erst 2009 verkauft worden sein.

BuchstabeProduktion etwaBuchstabeProduktion etwa
R1987–1988P2000–2001
L1988–1990K2001–2002
E1990–1991Y2002–2003
X, N1991–1992F2003–2005
C1992–1993D2005–2006
S1993–1994Z2006–2007
W1994–1996M2007–2008
T1996–1997V2008–2010
U1997–1998G2010–2011
A1998–2000Zufälligab 2010/2011

Seit 2010/2011 vergibt Rolex achtstellige Zufallskombinationen aus Buchstaben und Ziffern. Aus ihnen lässt sich kein Jahr mehr ableiten. Das Alter ergibt sich dann aus dem Kaufdatum auf der Garantiekarte oder aus der Referenz, die einen Produktionszeitraum eingrenzt.

Nummern abgleichen: Uhr, Karte, Papiere

  • Referenz auf Karte und Gehäuse müssen übereinstimmen. Passt die Karte zu einem anderen Modell, gehört sie nicht zur Uhr.
  • Seriennummer auf Rehaut, Gehäuse und Karte (soweit dort aufgedruckt) müssen identisch sein. Eine Karte ohne passende Seriennummer ist kein Nachweis.
  • Gravuren sind bei Rolex fein, scharf und gleichmäßig tief. Verwaschene, zu grobe oder schief laufende Schrift ist ein Warnsignal.
  • Kaufdatum auf der Karte muss zur Generation der Referenz passen. Eine 116610LN mit Kaufdatum 2004 kann es nicht geben; das Modell kam 2010.

Was die Nummern nicht verraten

Fälscher übernehmen echte Referenz- und Seriennummern eins zu eins. Eine stimmige Nummer beweist deshalb nur, dass der Fälscher sein Handwerk kennt. Sicherheit gibt allein der Blick ins Gehäuse: das Kaliber, seine Nummer, die Verarbeitung von Rotor und Brücken. Deshalb öffnen wir jede Uhr, bevor sie in den Verkauf geht, und dokumentieren Referenz und Seriennummer im Zertifikat. Mehr dazu im Beitrag Echtheit prüfen und Full Set.

Werkzeug

Unser Referenz-Checker nennt Ihnen zu einer Referenznummer Modell, Produktionszeitraum, Größe und Kaliber, für Rolex und viele weitere Marken. Steht die Uhr gerade in unserem Bestand, sehen Sie sie direkt.

Jahresangaben zu Seriennummern sind Näherungswerte aus Händler- und Sammlerquellen. Rolex veröffentlicht keine offiziellen Listen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Bis etwa 2010 ungefähr: Der Anfangsbuchstabe steht für einen Produktionszeitraum. Seit 2010/2011 sind die Nummern zufällig; dann helfen das Kaufdatum auf der Garantiekarte oder der Produktionszeitraum der Referenz.

Auf der Garantiekarte und, falls vorhanden, auf dem Chronometer-Zertifikat oder der Rechnung. Am Gehäuse steht sie nur unter dem Band bei 12 Uhr. Auf dem Rehaut ist ausschließlich die Seriennummer graviert.

Nein. Papiere gehen über Jahrzehnte verloren. Entscheidend ist die Prüfung der Uhr selbst, vor allem des Werks. Fehlende Papiere schlagen sich im Preis nieder und machen den Wiederverkauf aufwendiger, sagen aber nichts über die Echtheit.

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